Wir transportieren die Zukunft
Unser Ziel ist Antwerpen – im Auftrag der Initiative „Zukunft Sachsens“.
Was viele nicht wissen: Wir transportieren eben auch Zukunft. Manchmal sogar ganz wörtlich.
Was da eigentlich auf unserem Hänger steht
Das gelb-blaue Fahrzeug hinter uns ist kein Showcar, sondern ein reales Erprobungsfahrzeug für autonome Mobilität. Es ist für den automatisierten beziehungsweise perspektivisch fahrerlosen Betrieb konzipiert, bietet Platz für bis zu sechs Personen und trägt zwei Namen, die in Chemnitz eng mit automatisiertem Fahren verbunden sind: CADA und staff-eye.
Für ein Logistikunternehmen wie uns, das jeden Tag Menschen und Waren zuverlässig von A nach B bringt, ist dieses Fahrzeug deshalb weit mehr als nur interessante Technik.
Es zeigt sehr konkret, wie sich Mobilität und Logistik in den kommenden Jahren verändern könnten.
CADA – wenn Chemnitz zusammenarbeitet statt konkurriert
Hinter dem Kürzel CADA steht die Chemnitz Automated Driving Alliance, ein 2019 gegründeter Zusammenschluss von Technologieunternehmen aus der Region. Unternehmen wie FDTech, FusionSystems, Intenta, Naventik und Baselabs bündeln innerhalb des Netzwerks unterschiedliche Kompetenzen – von Sensorik und Navigation über Softwareentwicklung bis hin zu automatisierten Fahrfunktionen. Mit staff-eye wurde das Netzwerk später um ein Chemnitzer Softwarehaus erweitert, das auf kundenspezifische Softwareentwicklung und Systemintegration spezialisiert ist. staff-eye verbindet unterschiedliche Technologien, Softwarekomponenten, Sensorik und Fahrzeugplattformen zu anwendungsspezifischen Gesamtsystemen und begleitet deren Integration von der technischen Entwicklung über die Erprobung bis hin zum praktischen Einsatz.
Damit reicht die Zusammenarbeit innerhalb von CADA deutlich über einzelne Softwarebausteine hinaus. Sie verbindet spezialisierte Technologieentwicklung, kundenspezifische Softwareentwicklung, Systemintegration und reale Anwendung.
Dieses Modell der offenen Zusammenarbeit zeigt, welches technologische Potenzial in einer traditionsreichen Automobilregion wie Chemnitz auch jenseits klassischer Fahrzeughersteller entsteht.
Die Technik hinter dem Shuttle
Das Fahrzeug basiert auf einer modularen Plattform des Herstellers PIX Moving.
staff-eye begleitet als technischer Partner die Integration der Plattform in konkrete Anwendungen sowie den technischen Service, die Erprobung und die Anpassung an europäische Anforderungen.
Die technischen Eckdaten sind durchaus beeindruckend: Das Fahrzeug ist rund 3,80 Meter lang und 1,80 Meter breit, wiegt etwa 1.850 Kilogramm und bietet Platz für bis zu sechs Personen. Die Reichweite liegt bei rund 130 Kilometern, die maximale Geschwindigkeit bei etwa 40 Kilometern pro Stunde.
In Sachsen werden aktuell verschiedene Einsatzmöglichkeiten für autonome Shuttle-Systeme untersucht und erprobt – beispielsweise als Ergänzung zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr und insbesondere für die sogenannte „letzte Meile“.
Gerade im ländlichen Raum könnten solche Fahrzeuge künftig dabei helfen, kleinere Gemeinden, Wohngebiete oder Gewerbestandorte flexibler an bestehende Bus- und Bahnverbindungen anzubinden.
Das langfristige Ziel ist klar: Automatisierte Fahrzeuge sollen Schritt für Schritt aus der Erprobung in reale Mobilitätsangebote überführt werden.
Warum uns diese Fahrt etwas angeht
Auf den ersten Blick transportieren wir hier ein Fahrzeug für den Personenverkehr – also etwas, das nicht unmittelbar zu unserem klassischen Kerngeschäft gehört. Und trotzdem geht es im Kern um dieselbe Aufgabe, die auch unseren Alltag als Direktfahrt-Spediteur bestimmt: Lücken schließen. Zuverlässig. Flexibel. Ohne unnötige Umwege. Wo ein autonomes Shuttle künftig beispielsweise ein Dorf mit dem nächsten Bahnhof verbindet, sorgen wir bei ECL seit über 25 Jahren dafür, dass Sendungen zuverlässig durch Deutschland und Europa an ihr Ziel gelangen. Beides beantwortet letztlich dieselbe Frage: Wie bewegen wir Menschen und Güter zuverlässig, wenn klassische Strukturen allein nicht mehr ausreichen? Dass wir unseren eigenen Fuhrpark zunehmend um elektrische Kleintransporter und Elektro-Lkw erweitern, macht diese Entwicklung für uns zusätzlich greifbar. Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung sind dabei keine voneinander getrennten Themen. Sie verändern gemeinsam die Art, wie Mobilität und Logistik künftig organisiert werden.
Antwerpen als Bühne für sächsische Ideen
Dass die Reise ausgerechnet nach Antwerpen führt, passt hervorragend. Der Hafen von Antwerpen gehört zu den wichtigsten Logistikdrehscheiben Europas. Hier wird täglich sichtbar, wie eng Wirtschaft, Transport, Infrastruktur und technologische Innovation miteinander verbunden sind. Für ein in Chemnitz integriertes und erprobtes autonomes Shuttle ist Antwerpen deshalb eine passende internationale Bühne. Und für uns als Logistikunternehmen mit europaweiten Direktfahrten ist es gleichzeitig ein Ziel, das wir aus unserem eigenen Tagesgeschäft bestens kennen.
Was bedeutet das für ECL?
Wenn ein in Chemnitz integriertes autonomes Shuttle über dieselben Autobahnen nach Europa transportiert wird, auf denen unsere Fahrer täglich unterwegs sind, wird aus einer abstrakten Zukunftsvision plötzlich etwas sehr Konkretes.
Für uns bedeutet das vor allem: aufmerksam beobachten, was diese Technologie bereits heute leisten kann – und mitdenken, wo vergleichbare Systeme morgen auch in unserer eigenen Branche sinnvoll eingesetzt werden könnten.
Zum Beispiel bei innerbetrieblichen Transporten, auf großen Logistik- und Industriegeländen, im Zubringerverkehr oder perspektivisch auch im autonomen Gütertransport.
Denn eine zukunftsfähige Mobilität braucht nicht nur neue Antriebe.
Sie braucht auch neue Ideen dafür, wie wir Menschen und Güter effizienter, flexibler und intelligenter bewegen.
Und genau so eine Idee haben wir heute im Schlepptau.
Wir transportieren halt auch Zukunft.