Eh, der träumt doch in seinem LKW

Viele Vorurteile entstehen auf Grund von erlebbaren Situationen im Verkehrsalltag. Da dem Otto-Normal-Autofahrer oftmals die Sichtweise des LKW-Fahrers fehlt, entstehen so schnell Mythen, die oft gar nicht stimmen oder zu einseitig betrachtet werden. Wir möchten heute mit zwei kleinen Mythen aufräumen.

Das erste was einem über LKW-Fahrer oft einfällt, sind die schwierigen Arbeitszeiten. Leider hält sich dieser Mythos seit Jahren wacker. Dabei ist gerade die Arbeitszeit der Kraftfahrer sehr genau getaktet. Ruhe- und Lenkzeiten werden automatisch über die jeweilige Fahrerkarte registriert und direkt übermittelt. Ein Umgehen dieser Vorgaben ist so ohne weiteres nicht möglich, denn nicht ein mal auf dem Hof kann der LKW ohne gesteckte Fahrerkarte groß bewegt werden.
Wenn ein LKW-Fahrer also übermüdet auf seinem Fahrzeug sitzt, liegen hier oft andere Ursachen zu Grunde. Um Ihnen das besser vor Augen führen zu können, zeigen wir Ihnen dazu ein Diagramm, in dem die Arbeitszeiten der Fahrer aufgegliedert werden. Übrigens arbeitet der Gesetzgeber derzeit an einer ähnlichen Regelung für andere Berufskraftfahrer, sodass auch hier bald bessere Kontrollen der Lenkzeiten bevorstehen.

Ein weiterer Mythos um den Berufskraftfahrer ist das Rasen auf den Straßen. Die Kollegen von euro.COURIER halten sich hier an ein freiwilliges 130km/h auf den Autobahnen. Zum einen hilft das nicht nur Unfälle zu vermeiden, sondern schadet der Umwelt damit auch nicht so extrem.
Dass LKW-Fahrer im starken Regen nicht angepasst an die Sichtverhältnisse fahren würden, müssen wir auch als Mythos deklarieren: Gerade hier müssen wir den Otto-Normal-Autofahrer ermutigen, sich in den LKW gedanklich hinein zu setzen. Das bedeutet, es geht einige Zentimeter nach oben. Gerade im Kreuzungsbereich oder bei sprühender Gischt auf der Fahrbahn, ermöglichen diese Zentimeter einen gewaltigen Vorteil.
Probieren Sie es selbst beim nächsten Spaziergang aus! An einer Kreuzung gehen Sie einfach in die Knie und schauen ab wann sie Einblick in die Straße erhalten und um wieviele Meter eher Sie sonst die Straße einsehen können.

 

 

Unser LKW-Fahrer Benjamin Diewock träumt zwar wirklich in seinem LKW, aber das nur wenn dieser abgeparkt ist und Herr Diewock in seinem LKW-Bett liegt.

 

 

Aufgliederung der Lenk- und Ruhezeiten anhand Gesetzgebervorgaben.