Klimafreundlich Logistik - Was ist es Ihnen wert?

Einer der großen Gewinner der Pandemie ist der Online-Handel, doch von diesem Ertrag konnten nicht alle ihr Stück abknapsen. Allen voran haben die Speditionen immer mehr mit einem großen Preisdruck zu kämpfen.

Auf der einen Seite rückt das Umweltbewusstsein immer mehr in den Mittelpunkt und schon heute möchte man möglichst klimaneutral Waren verschicken. Auf der anderen Seite zählen für den (End)-Verbraucher vornehmlich möglichst geringe Kosten für den Versand.
Was das Umweltbewusstsein angeht, ist man in Deutschland erst am Beginn einer langen Reise. Gerade im Logistik-Sektor muss noch viel Geld investiert werden, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Geld, dass in den meisten Speditionen einfach nicht vorhanden ist.
Grund hierfür sind die steigenden Kosten, wie Lohn- oder Spritkosten einerseits und der enorme Preiskampf auf der anderen. Gerade große Versandhäuser bieten Lieferungen zum angeblichen Nulltarif an. Das Ergebnis dieser falschen Erwartungen: immer mehr osteuropäische Lkw auf deutschen Straßen. „Die osteuropäischen Kollegen können mit ihrem Lohnniveau ganz andere Angebote abgeben, als es uns überhaupt möglich ist.“ erklärt Sebastian Fankhänel, Geschäftsführer des euro.COURIER in Chemnitz. „Wir sind immer bestrebt unseren Fahrern nicht nur ‚fahrtüchtige‘ Lkw und Transporter bereitzustellen, sondern viel mehr ein modernes und vernünftiges Arbeitsgerät. Immerhin sind diese Fahrzeuge der Arbeitsplatz für unsere Mitarbeiter, an dem sie den ganzen Tag verbringen.“ so der Unternehmer weiter. Natürlich spielt auch hier die Sicherheit eine wichtige Rolle. Veraltete Technik auf die Straße zu lassen, ist für den Chemnitzer grob fahrlässig und wiederum alles andere als klimafreundlich. Doch dies hat seinen Preis. Der nach unten gerichteten Preisspirale entgegenzuwirken, setzt das mittelständige Unternehmen auf Spezialisierung in den Bereichen Special Speed Logistics und Overnight-Fahrten.

Wie ECL geht es vielen Speditionen nach der Pandemie. Zu Beginn herrschte so etwas wie Hoffnung, dass durch die Grenzschlüsse der deutsche Markt wieder rentabel wird, doch diese Hoffnung ist leider verstrichen. Wie in dieser Knock-out-Geschäftswelt ein umweltbewusstes Transportgewerbe aufgebaut werden soll, bleibt also weiterhin fraglich.

 

 

Kilometerweite Staus durch hohes Verkehrsaufkommen und ein Brummi hinter dem anderen ist mittlerweile zum Normalzustand auf deutschen Autobahnen geworden.